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1. ADAC Junior Cup Rennen am Lausitzring

1.-3. Mai fand das erste Rennen der Suberbike IDM und somit auch des ADAC Junior Cups auf dem Lausitzring statt.
Ich war, wie viele andere Fahrer auch, schon von Montag bis Mittwoch auf dem Ring beim IDM-Auftakttraining, bei dem wir dreimal täglich 25 Minuten trainieren durften. Als wir am Sonntagabend an der Strecke eintrafen und nach langem Warten ins Fahrerlager durften, sog ich schon die Rennatmosphäre auf, da die Anlage in der Lausitz in der ehemaligen DDR überwältigend ist. Am nächsten Morgen hieß es aufstehen, denn die Rennstrecke rief! Beim ersten Turn war es noch etwas nass und man konnte noch nicht wirklich angreifen. Beim zweiten Turn, welchen wir bei angenehmen 20° und Sonnenschein fuhren, gab es zum ersten Mal in der Saison einen wirklichen Vergleich mit den Konkurrenten. Ich fühlte mich ziemlich wohl auf der Maschine und dachte, dass es ganz gut gelaufen sei, aber als ich die Zeitenliste ansah, hang mein Kinn für ein paar Sekunden sehr weit nach unten. Ich hatte einen riesen Rückstand auf den Erstplatzierten Toni Erhard (welcher allerdings zuvor schon zwei Tage auf der Strecke trainiert hatte) und konnte mir spontan nicht vorstellen, wie man so gewaltig schnell um diese Strecke fahren kann. Nach einer Zeitverbesserung im dritten Versuch am Montag und einer langen Datenanalyse am Abend, konnte ich meinen Rückstand am Dienstagmorgen deutlich verringern und war in der Ergebnisliste als Dritter angeführt (nicht alle Fahrer hatten einen Transponder montiert). Meine Stimmung wandte sich wieder zum Positiven, allerdings taten ihr der folgende Regen und die 5° Lufttemperatur nicht gerade so gut. Es regnete wie verrückt und alle hatten sich in ihre Wohnmobile zurückgezogen. Am Abend entschied ich mich, den letzten Turn im Regen doch zu fahren. Ich warf mich in meinen Regenkombi und fuhr (mit großer Vorsicht) auf die Strecke. Das Ganze ging einige Runden lang gut, in denen ich mich wirklich wohl fühlte, bis ich aus Übermut am Ende der Start-Ziel-Gerade mit 160 abflog und ca. 150 Meter knapp neben der Mauer meinem Motorrad nachschlitterte. Nach einem Standardcheck im Medical Center wurde ich wieder entlassen und mir fehlte nichts (am nächsten Tag war die linke Schulter etwas beleidigt) und der Schaden am Motorrad war überschaubar. Als ich die Ergebnisliste diesmal betrachtete, zog sich ein sehr breites Grinsen durch mein Gesicht, da ich trotz meines Sturzes Zweiter war. Am nächsten Tag war es nach wie vor sehr kalt, aber wenigstens trocken. So konnte ich meine Zeit nochmal etwas nach unten schrauben und war für das echte Rennwochenende gewappnet.

Am Donnerstag hatten wir noch einen erholsamen Ruhetag, an dem wir nicht recht wussten, was wir tun sollen. Wir beschäftigten uns dann nochmal mit den Daten und sammelten weitere wichtige Erkenntnisse.

Am Freitag füllte sich das Fahrerlager mehr und mehr und es wurde ernst. Die Offiziellen des ADAC Junior Cups waren eingetroffen und jeder war schon fokussiert. Das Freie Training war erst um 16:55 Uhr, aber dann ging es zur Sache. Erstmals waren alle Fahrer/Innen des ADAC Junior Cups gemeinsam auf der Strecke. Ich konnte meine Zeit vom letzten Training gleich abrufen und konstant fahren. Nach einem kurzen Boxenstopp fuhr ich nochmal um mehr als eine Sekunde schneller und beendete das Training auf Platz 17. Das Feld ist unglaublich nahe zusammengerückt, da sich alle Fahrer vom 11. bis zum 23. Platz innerhalb einer halben Sekunde bewegten. Mit meinem 17. Platz war ich einigermaßen zufrieden, aber das Niveau, oder anders gesagt die Konkurrenz ist unglaublich gut.

Am Samstagmorgen stand das erste Qualifying der Saison auf dem Programm. Ich nahm mir, durch die minimalen Zeitabstände, viel vor und gab ab der ersten Runde Vollgas. In diesem Qualifying reizte ich das Glück ziemlich aus, da ich an fast allen Ecken der Strecke rutschte, zweimal fast gestürzt wäre und, als wäre das noch nicht genug, ein anderer Fahrer direkt vor mir stürzte und ich nur um wenige Zentimeter seinem Motorrad ausweichen konnte. Nichts desto trotz verbesserte ich meine Zeit wieder um fast eine Sekunde. Aber das taten die Anderen auch! Ich war wieder auf dem 17. Platz und immer noch in diesem Pulk drinnen.

Da wollte sich natürlich jeder absetzen und vor lauter Angriff und Brechstange, passte bei mir im zweiten Quali gar nichts mehr zusammen. Ich konnte mich nicht mehr verbessern und kam auch nicht mehr ganz an meine bisher schnellste Runde ran. So beendete ich das Qualifying nur auf Platz 21, welcher dann auch mein Startplatz für Sonntag sein sollte. Ich war natürlich etwas enttäuscht, aber dachte mir, dass ich mich jetzt einfach voll auf das morgige Rennen konzentrieren sollte.

So machte ich das dann auch und ging voll motiviert von meinem 21. Startplatz aus ins Rennen. Ich hatte einen guten Start und konnte mich in den ersten paar Runden um einige Plätze nach vorne arbeiten. So war ich zwischenzeitlich sogar in den Punkten (Top 15) Nachdem sich das Feld einigermaßen sortiert hatte, konnte ich mich aber nicht wirklich gegen die Piloten wehren, welche im Qualifying bereits schnellere Runden als ich gefahren waren. Gegen Mitte des Rennens begann ein Zweikampf mit dem Gaststarter Max van Schoonhoven aus Holland (welcher beim ersten Cup Rennen in Holland Dritter wurde), mit dem ich mich Runde für Runde, Kurve für Kurve gematcht habe. In der letzten Runde war ich vor der letzten Kurve vorne, wollte dann aber nochmal extra spät bremsen, um ihn ja nicht vorbeizulassen, aber es war zu spät! Ich konnte die Linie nicht halten und kam schlechter aus der letzten Kurve raus als er und konnte mich nicht mehr wehren. Aufgrund meines Fehlers zog ganz kurz vor dem Zielstrich auch noch Joel Kugler aus der Schweiz an mir vorbei und ich beendete das Rennen auf Platz 19. Ich ärgerte mich natürlich grün und blau über diesen Fehler, aber es ist halt eben passiert.

Im Nachhinein bin ich sicher nicht ganz zufrieden mit dem Verlauf des Wochenendes, da ich mir erhofft hatte, weiter vorne zu stehen. Aber das hat mich angespornt, noch mehr dafür zu tun. Der Weg und die Richtung stimmen, da ich vom ersten Trainingstag bis zum Qualifying um ganze 6 Sekunden pro Runde schneller werden konnte. Und wenn ich weiter diese Fortschritte erzielen kann, werde ich bald in den Punkten und hoffentlich unter den besten 10 sein. Und auch wenn es nicht für eine Platzierung in den Punkten reichte, hat unglaublichen Spaß gemacht auf dem Bike zu sitzen und war einfach ein richtig geiles Rennen.

In diesem Sinne, verbleibe ich mit ambitioniert sportlichen Grüßen

Ich melde mich nach dem nächsten Rennen

Jan #55

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