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Jan Mohr - Schleizer Dreieck (D) Lauf 7 & 8

Schleizer Dreieck (D) Lauf 7 & 8

 

Vom 27. – 29. 7. 2018 standen die Läufe 7 und 8 der IDM Superbike auf der Traditionsstrecke in Schleiz auf dem Programm. Für mich fing die Woche nicht sehr berauschend an. Am Dienstag bereits plagte mich ein Infekt und ich lag fast den ganzen Tag im Bett. Es wurde bis zum Donnerstag nicht besser und ich reiste mit Kopf und Halsschmerzen und einem geschwächten Körper an. Dazu kamen noch sehr schlechte Erinnerungen von 2017 als mich dieses desaströse Wochenende in Schleiz fast dazu getrieben hätte, alles hinzuschmeißen. Aber zum Glück hielt ich damals durch und kämpfte mich zurück, denn jetzt, ein Jahr später komme ich in der Königsklasse des deutschen Motorradsports hier her! Also: Die Voraussetzungen waren nicht die besten, aber ich blieb trotzdem positiv gestimmt und wollte Gas geben.
Am Freitagmorgen wachte ich, immer noch sehr betrübt von der Krankheit auf und bereitete mich auf das Training vor. Und siehe da, es lief gleich sehr gut. Und konnte zwar noch nicht viele Runden am Stück fahren, da mir dann einfach die Puste ausging, aber ich war schnell. Rang 10 in der ersten Session. Das stimmte uns alle gleich sehr positiv und ich vergaß meinen Gesundheitszustand ein bisschen mehr. Im zweiten Training landete ich ebenfalls auf Position 10 und verbesserte mich um eine ganze Sekunde. Wir arbeiteten gut am der Abstimmung des Motorrads und ich an meiner Fahrtechnik und mit dem Data Recording. Im FP3 fuhr ich mit alten Reifen nochmal exakt dieselbe Zeit und landete auf P12. Ein sehr, sehr erfolgreicher Freitag! Nun suchten wir noch nach Potenzialen für das Qualifying und waren alle sehr guter Dinge.
Am Samstagmorgen stand ich mit voller Motivation auf und bereitete mich auf das Qualifying vor. Dann war es soweit. Ich befand mich in der besten Ausgangsposition für ein Quali in der laufenden Saison und war schon etwas nervös. Ich fuhr raus und gab gleich 100wei Runden brauchte ich, um die perfekten Punkte zu finden und dann ging es ab. In Runde drei haute ich eine Zeit raus, die mich auf Position 6 vorspülte. 1.1 Sekunden schneller als im Training. Ich rastete unter dem Helm fast aus, als ich in die Box zurückfuhr. Noch schneller war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr drin, aber ein paar Konkurrenten wurden noch schneller. Somit beendete ich das Q1 auf Position 11. Am Nachmittag zum zweiten Quali, war es dann schon relativ heiß und eine Verbesserung wurde schwierig. In den ersten Runden war ich eine halbe Sekunde von meiner Bestzeit entfernt. Nach einem kurzen Boxenstopp, bei dem wir nochmal etwas am Fahrwerk umstellten, konnte ich im zweiten Stint nochmal genau dieselbe Zeit fahren, wie in Q1 und blieb somit auf P11. Das bedeutete mit Abstand die beste Startposition der laufenden Saison! Wir waren alle sehr happy und extrem gespannt auf den morgigen Renntag. Das Set-Up passte nach der Umstellung perfekt und so veränderten wir für die Rennen nichts mehr. Jetzt war alles bereit für einen fantastischen Rennsonntag.
Diese Euphorie tat auch meinem Körper gut. Am Sonntagmorgen fühlte ich mich erstmals wieder annähernd fit. Die Kopfschmerzen waren weg und ich hatte spürbar mehr Energie. Trotzdem sollte es ein anstrengender Tag werden, denn die Temperaturen ließen uns schon beim Anziehen der Lederkombi schwitzen! Nach dem Frühstück stand erst einmal das Warm Up auf dem Programm. Ich schoss mich auf die Rennen ein und beendete es auf Rang 7. Dann spürte ich langsam, dass es ernst wird und wurde zunehmend nervöser. Trotz der Nervosität war es ein tolles Gefühl so weit nach vorne in die Startaufstellung zu rollen und nur ein paar Meter bis zur ersten Startreihe zu haben. Dann war es soweit, die Nervosität verschwand, die 28.000 Zuschauer waren bereit und mein Blick war voll auf die roten Ampeln fokussiert....
Rennen 1: Ich hatte einen super Start und kämpfte gleich um sehr vielversprechende Positionen. Nach Runde 1 hatte ich mich auf Position 10 einsortiert, direkt an der Kampfgruppe um Platz 7, mit WM erfahrenen Piloten wie Dominic Schmitter oder Toni Finsterbusch. Wir fuhren sehr schnelle Rundenzeiten und jeder war am Limit unterwegs. Ich war ganz nah dran, aber die letzte Zehntel fehlte mir, um einen Angriff zu starten. In der zweitletzten Runde mischte sich auch noch MGM Yamaha Pilot Bobby Bos ein und reichte mich auf Position 11 zurück. In der allerletzten Schikane setzte ich den Konter. Ich bremste mich innen rein, doch Bobby konterte beim Umlegen von rechts auf links. Dann hatte ich die bessere Linie und konnte früher ans Gas. Ich kam schneller aus der letzten Kurve raus und fuhr neben ihn. Doch es reichte ganz knapp nicht. Wir fuhren quasi direkt nebeneinander über die Ziellinie, nur war er 0,001 Sekunden vor mir. Ein Tausendstel ließ mich die Top 10 verpassen. Aber es war trotzdem ein sehr gutes Rennen und ein sehr gutes Ergebnis. Da ich im Nachhinein merkte, dass ich in dieser Kampfgruppe noch etwas zu viel Respekt hatte, nahm ich mir vor, im zweiten Rennen einfach voll reinzuhalten und mich mehr in den Zweikampf einzumischen.

 

Rennen 2: Nach Lauf 1 hatte ich ein straffes Programm: Fahrwerksanalyse, Autogrammstunde, Essen, zum Physio, Schlafen und wieder auf Lauf 2 vorbereiten. Dann war es soweit, Chance Nummer zwei für ein Top 10 Ergebnis. Diesmal wollte ich am Start etwas zu viel und hatte gleich ein Wheelie. Dadurch verlor ich ein paar Positionen. Nun ließ ich gar nichts anbrennen und hielt in den ersten Runden extrem rein. In Runde drei war ich schon auf Position 9 vorgefahren. Jetzt zog sich das Feld langsam auseinander und ich merkte langsam, dass ich noch nicht ganz fit bin. Jede Runde stieg mein Puls und ich musste extrem kämpfen, das Bike Runde für Runde um den Kurs zu tragen. Ein paar Runden vor Schluss kam Bobby Bos erneut von hinten und verdrängte mich auf P10 doch dann konnte ich ebenfalls auf Toni Finsterbusch vor mir aufschließen und ihn in der zweitletzten Runde überholen. Wieder auf P9 versuchte ich alles, um an Bobby auf P8 dran zu bleiben. Dranbleiben, ging, vorbeifahren nicht mehr. Somit landete ich auf P9, 0,7 Sekunden hinter dem Achtplatzierten. Im Park Fermé feierte ich mit meinen Mechanikern mein erstes einstelliges Ergebnis in der IDM Superbike! Als ich allerdings vom Bike abstieg, konnte ich fast nicht mehr stehen. Ich war so fertig von diesen 18 Runden, dass ich nur noch irgendwie nach Luft schnappte und 2 Liter Wasser brauchte ;)
Aber das kämpfen hat sich gelohnt! Nun bin ich auf Rang 11 in der Meisterschaft angekommen und lieferte die beste Performance der bisherigen Saison ab! Es war ein fantastisches Wochenende und jetzt wird alles daran gesetzt, auf dieser Performance aufzubauen und immer weiter nach vorne zu kommen!

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27.07.-29.07.2018 Schleizer Dreieck / IDM - Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft
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