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Jan Mohr - Red Bull Ring Zeltweg (A)

Heimspiel auf dem Red Bull Ring

Lange musste ich warten, bis ich ein Rennen in Österreich bestreiten durfte. 2021 wurde dieser Traum endlich zur Realität. Bereits das ganze Jahr hatte ich mich darauf gefreut vor heimischem Publikum anzutreten und endlich wieder auf dem grandiosen Kurs in Spielberg zu fahren. Jedoch sah die Wetterprognose nicht gerade rosig aus. 12° und Dauerregen bremsten unsere Vorfreude ein wenig. Trotzdem rückten wir am Donnerstag mit großer Besatzung an. Es fühlte sich an wie nach Hause zu kommen, als wir uns im Fahrerlager einfanden.

Am Freitagmorgen war es entgegen unserer Erwartung trocken. Das nahm ich gerne an. Obwohl es mein Heimrennen war, bin ich hier seit 2014 nicht mehr gefahren. Daher brauchte ich ein paar Runden, um mich mit der Strecke vertraut zu machen. Rang 15 von 32 im ersten Training. Leider blieb im zweiten Training der erhoffte Schritt aus und ich belegte erneut Rang 15. Ich hatte dasselbe Problem wie bereits oft in dieser Saison. Ich konnte das Bike am Kurveneingang nicht laufen lassen und mir fehlten überall ein paar km/h Kurvenspeed. Ich konnte das Motorrad einfach nicht drehen. Ich wusste langsam nicht mehr was ich noch ausprobieren soll, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Mein Bruder sagte mir in einem guten Gespräch, dass ich zu viel nachdenke. Er meinte wenn er mich fahren sieht, dann ist es sauber, mit schöner Fahrtechnik und smooth, aber es fehlt einfach ein bisschen Aggressivität und der Spaß Faktor auf dem Bike. Auch mein Teamchef sagte mir zuvor, dass ich mein Talent nicht nutzen kann, wenn ich so viel nachdenke. Gut, also war der Plan für Quali Eins am Samstagmorgen keinen Plan zu haben, rauszufahren und einfach das zu tun, was mir am meisten Spaß macht. Meine Crew beschloss, währenddessen das Set Up wieder mehr in die Richtung zu bringen, wie es zu meinem natürlichen Fahrstil passt.

 

Und dann passierte etwas nahezu Magisches: Ich fuhr raus und wurde jede Runde schneller. Plötzlich konnte ich die Bremse aufmachen und ohne Mühe einlenken. Am Ende war ich 1,5 Sekunden schneller als in den Trainings. Mir fehlten nur zwei Zehntel auf Rang 7 und ich war trotzdem auf Platz 14. Doch wir hatten noch ein zweites Quali! Allerdings fing in Diesem, bevor ich eine komplette Runde fahren konnte, schon an zu regnen. Somit waren keine Verbesserungen mehr möglich. Trotzdem erwartete ich mir viel von den Rennen.

Die Wettervorhersage hatte sich gebessert. Es sollte den ganzen Tag trocken bleiben. Im Warm Up hatte ich ein gutes Gefühl und war bereit für die Rennen. In Lauf eins fuhr ich in die Warm Up Runde und plötzlich setzte Regen ein. Ich war mir nicht sicher, wie stark und wie lange es schon geregnet hatte und konnte die Grip Verhältnisse nur schwer einschätzen. Als wir auf die letzten beiden Kurven zufuhren regnete es deutlich stärker, aber das Rennen wurde trotzdem gestartet. Ich war sehr vorsichtig, da ich keine Ahnung hatte, wie viel Grip die Strecke tatsächlich hatte. Dabei überholten mich ein paar Fahrer. Nach 5,6 Runden hörte der Regen auf und ich fing an zu pushen. Doch ich konnte nur noch zwei Fahrer überholen und fuhr auf Rang 18 ins Ziel. Unglaublich frustrierend! Ich hasse diese Bedingungen und konnte wieder nicht über meinen Schatten springen.

Lauf Nummer Zwei war dann tatsächlich trocken. Ich fuhr mit etwas Wut im Bauch und hatte einen guten Start. In Kurve drei überholte ich vier Fahrer, tuschierte dabei einen weiteren und verlor die Plätze wieder. Doch dann zog ich richtig durch, bis ich mich auf Rang 8 vorgearbeitet hatte. Anschließend fuhr ich sehr konstante Zeiten und war direkt am Hinterrad von Bastien Mackels. Ich fand aber keinen Weg vorbei, da wir exakt den gleichen Speed hatten. Am Ende musste ich abreißen lassen, da mein Hinterreifen abbaute und kam als 8.er ins Ziel. Ein versöhnlicher Abschluss für ein schwieriges Wochenende. Leider bin ich wieder zu spät auf Speed gekommen. Aber von 14 auf 8 in Lauf Zwei war eine gute Steigerung.
Es war fantastisch vor Heimpublikum zu fahren und toll, so viele Freunde und Sponsoren mit an der Strecke zu haben. Nun haben wir noch eine letzte Chance, um richtig zu rocken und diese werden wir mit all unseren Möglichkeiten nutzen.

 

Vielen Dank für eure Treue und bis bald!

 

2022 geht es im gleichen Team weiter !

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