IDM Superbike zu Gast beim TruckGP auf dem Nürburgring 20+21.7.2019
Die erste kleine Sommerpause der IDM Superbike ist vorbei. Endlich! Nun geht es in eine ganz heiße Phase der Saison: 4 Wochenenden, 3 Veranstaltungen, 6 Rennen. Truck GP auf dem Nürburgring, IDM Saisonhighlight auf dem Schleizer Dreieck und die IDM Premiere in Most (CZ).
Dieses Wochenende starteten wir im Rahmen des Truck GP (Weltmeisterschaft) auf dem Nürburgring. Mit 120.000 erwarteten Zuschauern sollte es ein großes Spektakel werden! Die Anreise begann für uns schon am Mittwoch, denn Donnerstagabends stand bereits das erste (und einzige) freie Training auf dem Programm. Wie das auf dem Nürburgring so üblich ist, starteten wir bei unsicheren Wetterbedingungen in das FP1. Es blieb jedoch Großteils trocken und ich konnte einige Runden abspulen. Am Ende landete ich auf Rang 11, was aber in Ordnung war da wir, im Gegensatz zu den meisten anderen Fahrern nur einen Reifensatz fuhren. Jetzt waren wir bereit, um im Qualifying richtig zu attackieren!
Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Entgegen aller Vorhersagen regnete es am Freitagmorgen. Somit viel das erste Qualifying ins Wasser. Dennoch konnte ich viele Runden drehen und ein gutes Gefühl für die Regenreifen aufbauen. Ich ging kein großes Risiko ein, da das zweite Quali trocken sein sollte und beendete die Session auf Rang 11. Wie vorhergesagt hörte es auf zu regnen und die Sonne kam hervor. Somit war alles bereit für die finale Attacke in Q2. Wir fuhren sofort mit dem weichen Hinterreifen raus, um eine schnelle Zeit in den Asphalt zu brennen. Das gelang mir auch gut und ich fuhr sofort vor auf Rang 4. Anschließend kam ich zur Box, um nochmal einen frischen Hinterreifen aufzuziehen. Nach 20 von 30 Minuten lag ich immer noch auf dem vierten Rang. Nun versuchte ich nochmal einen draufzulegen, was mir aber leider nicht gelang. Ich fuhr annähernd dieselbe Zeit, aber wurde nicht mehr schneller. Meine Konkurrenten fanden noch ein, zwei Zehntelsekunden und verdrängten mich auf die siebte Position. Trotzdem ist das mein bisher bestes Qualifying Ergebnis in dieser Klasse und das Feld war wieder extrem dicht zusammen. Ein kleines Beispiel dafür:
4) 1:27,080 (Polita)
5) 1:27,157 (Bühn)
6) 1:27,157 (Moser)
7) 1:27,171 (Mohr)
8) 1:27,236 (Kartheininger)
9) 1:27,286 (Brink)
… Fünf Fahrer in 0,206 Sekunden!!!
Das versprach ein sehr spannendes Rennen! Und genau so sollte es auch werden. Vor dem Start war ich etwas nervöser als sonst, da ich wusste, dass heute viel möglich ist.
Rennen 1: Ich hatte einen guten Start und lag nach der ersten Kurve auf Rang 5. In der zweiten Runde überholte mich Toni Finsterbusch am Ende der Zielgerade. Er und Polita auf fuhren ein wenig schneller als ich und setzten sich minimal ab. Nun puschte ich so hart ich konnte, um den Anschluss zu halten. In der fünften Runde war ich wieder an den beiden dran. Daraufhin ergriff ich meine Chance und attackierte sie. Ende Start-Ziel bremste ich mich an Toni vorbei und anschließend in Kurve fünf an Polita. Damit lag ich auf Rang 4 und führte die Verfolgergruppe an. Wegfahren konnte ich allerdings nicht und die Jungs saßen mir die ganze Zeit im Nacken, Polita und Finsterbusch attackierten mich immer wieder, aber ich konnte jedes Mal kontern und mich behaupten. Zu Rennende fiel der Führende Ilya Mykhalchik durch ein technisches Gebrechen aus, was mich davor quasi auf das „virtuelle Podium“ spülte. In Runde 15 von 19 drängte sich Marc Moser an mir vorbei. Ich versuchte sofort darauf zu reagieren, hatte aber keine Chance. Meine Reifen hatten nicht mehr den besten Grip und Marc hat Seine wohl etwas mehr geschont gehabt. In der nächsten Runde ging auch noch Polita vorbei und ich konnte nicht mehr kontern. Somit kam ich auf Rang 5 ins Ziel! Das war mein mit Abstand bestes Rennen in dieser Klasse und mein bisher bestes Ergebnis! Nur ganz knapp das Podium verpasst und durch das „Reverse-Grid“ startete ich im zweiten Lauf von Startplatz 2!
Am Sonntagmorgen testeten wir im Warm Up eine Änderung am Fahrwerk, welche sich wirklich sehr gut anfühlte! Besser hätten die Vorzeichen für Lauf 2 nicht stehen können! Um 14:50 Uhr war es soweit. Noch nie in meiner Karriere startete ich von so weit vorne! Und das vor 120,000 Zuschauern. Ich war unglaublich motiviert jetzt richtig zu attackieren!
Rennen2: Nach den ersten Metern bremste Polita als Führender in die erste Kurve. Finsterbusch, Nigon und ich waren direkt dahinter und zu dritt nebeneinander. Ich sah bereits im Augenwinkel, dass Toni (Finsterbusch) viel zu spät auf der Bremse war und nur noch auf dem Vorderrad anruderte. Aber auch ich konnte nicht mehr verzögern und ihn vorbeilassen. Toni berührte dabei das Hinterrad von Polita und kam direkt neben mir zu Sturz. Um ihn nicht zu überrollen musst ich aufmachen und fuhr dabei fast ins Kies. Durch dieses Manöver fiel ich zurück bis auf Rang 10. Als ich die Aufholjagt starten wollte und in Kurve 7 einbog, klappte mir plötzlich das Vorderrad ein. Das war natürlich sehr frustrierend, da die Chancen in diesem Rennen extrem hoch waren. Warum der Sturz passiert ist, weiß ich noch nicht genau. Anscheinend hatte ich durch die vor mir fahrenden Fahrer etwas sanfter gebremst, allerdings in Schräglage dann doch etwas mehr Speed gehabt als sonst. Ich hake das jetzt einfach mal als „Nicht mein Rennen“ ab. Es tut mir natürlich sehr Leid für das ganze Team, das einen super Job gemacht hat!
Trotz dem Fehler und dem Frust in Lauf 2 war es ein geniales Wochenende! Wir haben einen großen Sprung nach vorne gemacht und bis zum Ende um das Podium gekämpft! Jetzt werde ich alles daran setze diesen Aufwärtstrend fortzuführen und diese Woche in Schleiz erneut im Kampf um die Spitze dabei zu sein!
